Das gilt neu im Jahr 2018

Geset­zes­än­de­run­gen Sin­ken­de Prei­se, eine abge­schaff­te Zoll­re­vi­si­ons­ge­bühr und Steu­er­be­frei­ung für Ver­ei­ne. Die wich­tigs­ten recht­li­chen Neue­run­gen im neu­en Jahr.

Als ers­tes eine erfreu­li­che Nach­richt: Ein­kau­fen soll­te ab die­sem Jahr gering­fü­gig güns­ti­ger wer­den. Anfang Jahr sank der Nor­mal­satz der Mehr­wert­steu­er von 8 auf 7,7 Pro­zent. Erspar­nis bei einem Ein­kauf über 100 Fran­ken: 30 Rap­pen. Neben die­ser Sen­kung der Mehr­wert­steu­er hat der Bund per 1. Janu­ar 2018 eine Viel­zahl von neu­en oder geän­der­ten Geset­zen in Kraft gesetzt. Hier ein Über­blick von A wie Adop­ti­on bis Z wie Zoll­re­vi­si­ons­ge­bühr.

 

Adop­ti­on
Neu kön­nen Paa­re in ein­ge­tra­ge­ner Part­ner­schaft oder im Kon­ku­bi­nat ihre Stief­kin­der adop­tie­ren – bis­her durf­ten dies nur Ver­hei­ra­te­te. Das Min­dest­al­ter der adop­ti­ons­wil­li­gen Per­son wur­de von 35 auf 28 Jah­re und die Min­dest­dau­er der Bezie­hung bei der gemein­schaft­li­chen Adop­ti­on von fünf auf drei Jah­re gesenkt.

 

Behin­de­rung
Für Eltern, die sich zu Hau­se inten­siv um ihr schwer­be­hin­der­tes Kind küm­mern müs­sen, wur­de der Inten­siv­pfle­ge­zu­schlag je nach zeit­li­chem Mehr­auf­wand um 470 bis 940 Fran­ken pro Monat erhöht. Die­ser Zuschlag wird bei der Berech­nung eines all­fäl­li­gen Assis­tenz­bei­trags nicht mehr ange­rech­net.

 

Gefäng­nis
Wie bis­her gilt zwar «Geld­stra­fe vor Frei­heits­stra­fe». Um Täter vor wei­te­ren Straf­ta­ten abzu­hal­ten, sind aber auch kur­ze, unbe­ding­te Frei­heits­stra­fen ab drei Tagen wie­der mög­lich. Die elek­tro­ni­sche Über­wa­chung des Voll­zugs einer Frei­heits­stra­fe aus­ser­halb der Straf­an­stalt ist nun gesetz­lich gere­gelt: Sie ist mög­lich bei Stra­fen bis zu zwölf Mona­ten und gegen das Ende der Ver­büs­sung einer lan­gen Frei­heits­tra­fe.

 

IV–Rente
Ab die­sem Jahr wird der Inva­li­di­täts­grad anders gerech­net, damit Teil­zeit­ler bes­ser gestellt wer­den. Alle lau­fen­den Ren­ten wer­den nun von den IV-Stel­len über­prüft. Betrof­fe­ne, die bis­her kei­ne Ren­te erhiel­ten, weil sie einen IV-Grad unter 40 Pro­zent erreich­ten, müs­sen sich bei der IV-Stel­le neu anmel­den.

 

Mili­tär
Rekru­ten, Sol­da­ten und Kader­an­ge­hö­ri­ge dür­fen wäh­rend der Rekru­ten­schu­le neu an zwei sel­ber gewähl­ten Tagen Urlaub bezie­hen. Und wer sich zum höhe­ren Unter­of­fi­zier oder Offi­zier aus­bil­den lässt, erhält als Beloh­nung eine Gut­schrift für die Kos­ten einer zivi­len Aus- oder Wei­ter­bil­dung – je nach Grad und Funk­ti­on zwi­schen 3300 und 11 300 Fran­ken.

 

Schul­den­ein­trei­ben
Inkas­so­bü­ros kön­nen ihre Gläu­bi­ger in einem Betrei­bungs- oder Kon­kurs­ver­fah­ren neu in der gan­zen Schweiz ver­tre­ten – bis­her war dies etwa in den Kan­to­nen Tes­sin oder Genf nicht zuläs­sig. Der Kan­ton kann die gewerbs­mäs­si­ge Ver­tre­tung einem Schul­den­ein­trei­ber aber ver­bie­ten, wenn «wich­ti­ge Grün­de» vor­lie­gen – etwa Vor­stra­fen wegen Ver­mö­gens­de­lik­ten.

 

Schwarz­ar­beit
Da das ver­ein­fach­te Ver­fah­ren zur Abrech­nung der Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge häu­fig miss­braucht wur­de, wur­de es für Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten, Genos­sen­schaf­ten sowie für Ehe­gat­ten und Kin­der, die im eige­nen Betrieb arbei­ten, abge­schafft.

 

Schwei­zer Pass
Wer Schwei­zer wer­den möch­te, muss min­des­tens zehn Jah­re in der Schweiz leben, die Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung (C-Bewil­li­gung) haben und in der Schweiz inte­griert sein.

 

Steu­ern
Ver­ei­ne und ande­re juris­ti­sche Per­so­nen mit einem ide­el­len Zweck (Jass­club, Sport­ver­ein) sind neu von der direk­ten Bun­des­steu­er befreit, wenn sie pro Jahr nicht mehr als 20 000 Fran­ken Gewinn ver­steu­ern. Für die kan­to­na­len Steu­ern kön­nen die Kan­to­ne eine eige­ne Frei­gren­ze bestim­men. 

 

Zoll­re­vi­si­ons­ge­bühr
Die Post ver­zich­tet neu auf die Zoll­re­vi­si­ons­ge­bühr von 13 Fran­ken, wenn sie ein Aus­land­pa­ket stich­pro­ben­ar­tig unter die Lupe nimmt. Neu sind die Zusatz­leis­tun­gen «Fra­gi­le» für zer­brech­li­che und «Assuran­ce» für wert­vol­le Sen­dun­gen wie­der mög­lich. Die Post haf­tet dann bei Scha­den oder Ver­lust bis 5000 Fran­ken.

 

 

Micha­el Krampf, Janu­ar 2018

Arti­kel erschie­nen in der Unter­neh­mer­zei­tung 1/2 | 2018

20/06/2018

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