plc News: Fin­fraG – Es geht uns alle an

Das Finanz­markt­in­fra­struk­tur­ge­setz (Fin­fraG) gehört sicher­lich nicht zu den belieb­tes­ten Geset­zen, wel­che in den letz­ten Jah­ren die Treu­hand- und Revi­si­ons­bran­che beglückt haben.

Trotz­dem muss man sich mit die­sen Vor­ga­ben beschäf­ti­gen, denn der Kreis der betrof­fe­nen Unter­neh­men ist (all)umfassend.

Die Treu­hän­der und Revi­so­ren tun gut dar­an, sich und ihre Kun­den mit den Pflich­ten des Fin­fraG ver­traut zu machen. Wie oft in unse­rem Beruf geht es denn auch im Fall des Fin­fraG mehr um die rich­ti­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on, denn um fach­lich kom­ple­xe Fra­ge­stel­lun­gen.

Das Fin­fraG gilt für alle im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen Unter­neh­men. Die aller­meis­ten Gesell­schaf­ten wer­den dabei in die Kate­go­rie der klei­nen, nicht­fi­nan­zi­el­len Gegen­par­tei­en fal­len (soge­nann­te NFG-). Aus­nah­men bil­den Gesell­schaf­ten der Finanz­bran­che oder aber Gesell­schaf­ten mit mil­li­ar­den­schwe­ren Deri­vate­po­si­tio­nen.

Betrof­fe­ne Unter­neh­men (NFG-), wel­che kei­ne deri­va­ti­ven Finanz­ge­schäf­te täti­gen und dies in Zukunft auch nicht vor­ha­ben, kön­nen durch einen Ent­scheid des obers­ten Lei­tungs­gre­mi­ums die Pflich­ten im Zusam­men­hang mit dem Fin­fraG abwen­den und haben damit kei­ne wei­te­ren Hand­lungs­pflich­ten.

Unter­neh­men (NFG-), wel­che Deri­vat­ge­schäf­te täti­gen, haben gemäss Fin­fraG fol­gen­de vier Pflich­ten:

  • Kon­trol­le der Schwel­len­wer­te (d.h. sicher­stel­len, dass man eine NFG-Gesell­schaft ist und bleibt)
  • Risi­ko­op­ti­mie­rung (wich­tig vor allem bei einer hohen Anzahl an Deri­va­ten)
  • Mel­de­pflich­ten (Offen­le­gung von mel­de­pflich­ti­gen Deri­va­ten im zen­tra­len Regis­ter des Eid­ge­nös­si­schen Finanz­de­par­te­ments ab dem 1. Janu­ar 2019)
  • Doku­men­ta­ti­ons­pflich­ten (der oben genann­ten drei Pflich­ten)

Die offen­sicht­lichs­te der vier Pflich­ten ist die Mel­de­pflicht. Tat­säch­lich ist jedoch nur ein Deri­vat an das zen­tra­le Mel­de­re­gis­ter zu mel­den, wenn die Gegen­par­tei kei­ne Schwei­zer Bank ist. In die­ser Hin­sicht dürf­te die Mel­de­pflicht für vie­le Unter­neh­men durch ihre Bank erle­digt wer­den.

Nicht alle Deri­va­te sind gemäss Fin­fraG auch wirk­lich Deri­va­te. Wäh­rend die klas­si­sche Absi­che­rung von Wäh­rungs­schank­un­gen den Deri­vat­cha­rak­ter erfüllt, tun dies Waren­ter­min­kon­trak­te, wel­che phy­sisch abge­wi­ckelt wer­den, nicht. Sol­che Kon­trak­te fal­len dem­entspre­chend nicht unter den Deri­vate­be­griff nach Fin­fraG.

Es emp­fiehlt sich also, weder die Pflich­ten für Prü­fer und Treu­hän­der, noch die Pflich­ten für unse­re Kun­den in die­sem Bereich zu ver­nach­läs­si­gen. Auf der ande­ren Sei­te dürf­te die Mehr­zahl der Unter­neh­men in der Schweiz mit die­sen Vor­schrif­ten rela­tiv ein­fach umge­hen kön­nen. Wich­tig ist es, den Kun­den genau zu ken­nen, indi­vi­du­ell zu bera­ten und dann die in vie­len Fäl­len genü­gen­de Ver­zichts­er­klä­rung für den Ein­satz von Deri­va­ten klar zu for­mu­lie­ren. Damit ist der wohl anfäng­lich vor­han­de­ne Ärger mit dem neu­en Gesetz auf Sei­ten des Treuhänders/Prüfers wie auch auf Sei­ten der Kund­schaft schnell wie­der ver­flo­gen.

 

Marc Arnet, Juni 2018 

08/08/2018

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