plc News: Lohn, Vor­sor­ge und Nach­fol­ge rich­tig regeln

Zwei Drit­tel der Arbeits­plät­ze wer­den in der Schweiz von über 580 000 Klein- und Mit­tel­un­ter­neh­men gestellt.
Deren Inha­be­rin­nen und Inha­ber müs­sen ihr Ein­kom­men ihre Alters­vor­sor­ge, ihre Nach­fol­ge und ihren Nach­lass sorg­fäl­tig pla­nen.

 

Die neus­te «Sta­tis­tik der Unter­neh­mens­struk­tur 2015», die im August 2017 ver­öf­fent­licht wor­den ist, zeigt: In der Schweiz gibt es 1563 gros­se Unter­neh­men mit 250 oder mehr Mit­ar­bei­ten­den. Die­se stel­len ein Drit­tel der Arbeits­plät­ze. Dop­pelt so vie­le und somit zwei Drit­tel der Beschäf­tig­ten arbei­ten in einem der 580 391 markt­wirt­schaft­li­chen Unter­neh­men mit einem bis zu 249 Mit­ar­bei­ten­den. Die­se Klein- und Mit­tel­un­ter­neh­men (KMU) sind das Rück­grat der Schwei­zer Volks­wirt­schaft.

 

Baby­boo­mer im Nach­fol­ge­al­ter

Die Inha­ber der KMU haben neben der Füh­rung ihres Betriebs eine wei­te­re zen­tra­le Auf­ga­be: Sie müs­sen ihr Ein­kom­men und nament­lich ihre Alters­vor­sor­ge und ihre Nach­fol­ge sorg­fäl­tig pla­nen. Vor allem das Letz­te­re ist heu­te ziem­lich anspruchs­voll, weil aus demo­gra­fi­schen Grün­den in den kom­men­den Jah­ren eine gerin­ge­re Anzahl poten­zi­el­ler 35- bis 45-jäh­ri­ger Nach­fol­ger zur Ver­fü­gung ste­hen wird. Des­halb gilt mehr denn je: Die Nach­fol­ge recht­zei­tig anpa­cken und umfas­send durch­den­ken, damit man für Inter­es­sen­ten attrak­tiv ist und sel­ber nicht zu kurz kommt.

 

Einen ange­mes­se­nen Lohn bezie­hen

Bei den KMU-Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten stellt sich für den Unter­neh­mer stets die Fra­ge nach dem Mix zwi­schen dem Lohn und der Divi­den­de. Denn seit der 2009 in Kraft getre­te­nen Unter­neh­mens­steu­er­re­form wer­den Divi­den­den auf Betei­li­gun­gen an Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten von min­des­tens zehn Pro­zent bei der Ein­kom­mens­steu­er nur noch teil­be­steu­ert. Und auf den aus­be­zahl­ten Divi­den­den müs­sen kei­ne Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge bezahlt wer­den. Die Divi­den­den­zah­lung einer Kapi­tal­ge­sell­schaft wird aber von der AHV-Behör­de dann teil­wei­se als mass­ge­ben­der und damit sozi­al­ab­ga­ben­pflich­ti­ger Lohn betrach­tet, wenn dem Ab-zehn-Pro­zent-Aktio­när kein oder ein unan­ge­mes­sen tie­fer Lohn aus­ge­rich­tet wird. Dann wird eine Auf­rech­nung des abga­be­pflich­ti­gen Lohns bis zur Höhe eines ange­mes­se­nen bran­chen­üb­li­chen Lohns vor­ge­nom­men.

 

Mit Pen­si­ons­kas­se Geschäfts in Pri­vat­ver­mö­gen umwan­deln

Inha­ber einer KMU-Kapi­tal­ge­sell­schaft müs­sen sich obli­ga­to­risch einer Pen­si­ons­kas­se anschlies­sen. Selb­stän­di­ge Unter­neh­mer kön­nen das frei­wil­lig tun. Bis zu einem Jah­res­lohn von der­zeit 84600 Fran­ken kom­men die Regeln der obli­ga­to­ri­schen beruf­li­chen Vor­sor­ge zum Zug. Für die Lohn­be­stand­tei­le dar­über kann bis zu einem Jah­res­lohn von 846000 Fran­ken ein über­ob­li­ga­to­ri­scher Vor­sor­ge­plan, ein Kader­plan, gewählt wer­den. Mit sol­chen vom Unter­neh­men finan­zier­ten Plä­nen wird Geschäfts­ver­mö­gen über die dar­aus ent­ste­hen­den Vor­sor­gean­sprü­che ele­gant in Pri­vat­ver­mö­gen umge­wan­delt. Kader­plä­ne dür­fen aller­dings nicht zu ein­sei­tig für den KMU-Geschäfts­füh­rer gestal­tet wer­den. Die Steu­er­be­hör­de könn­te das als ver­steck­te Gewinn­aus­schüt­tung aus­le­gen.

 

Pen­si­ons­kas­sen­ein­käu­fe

Dazu kommt die Mög­lich­keit von frei­wil­li­gen Pen­si­ons­kas­sen­ein­käu­fen. Der Ein­zah­lungs­be­trag kann vom steu­er­pflich­ti­gen Ein­kom­men voll­stän­dig abge­zo­gen wer­den. Wie hoch der mög­li­che Ein­kaufs­be­trag ist, fin­det man meist auf dem jähr­li­chen Vor­sor­ge­aus­weis. Falls ein Wohn­ei­gen­tums­vor­be­zug besteht, kann erst ein­ge­kauft wer­den, wenn alle Vor­be­zü­ge zurück­be­zahlt sind. Die Aus­nah­me: Wie­der­ein­käu­fe nach der Ehe­schei­dung zur Her­stel­lung der ursprüng­li­chen Deckung sind unbe­grenzt. Stren­ge Regel: Innert drei Jah­ren nach jedem steu­er­be­güns­tig­ten Ein­kauf kann nur die Ren­te bezo­gen wer­den. Wer in der Drei­jah­res­frist gleich­wohl das Kapi­tal bezie­hen will, muss die gespar­ten Steu­ern zurück­zah­len.

 

Urs A. Büch­ler, Novem­ber 2018

Arti­kel erschie­nen in der Unter­neh­mer­zei­tung 10 | 2018

 

 

 
11/02/2019

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